Strophanthin – für ein gesundes Herz

Strophanthin – Vergessener Retter der kranken Herzen?

Strophanthin ist ein Vertreter der herzwirksamen Glykoside, wie sie in diversen Pflanzen in der Natur vorkommen. Bekanntestes Herzglykosid ist wohl Digitalis, in der Pflanze Fingerhut enthalten. Strophanthin ist, nach neuesten Erkenntnissen, nicht nur ein Herzglykosid sondern auch ein körpereigenes Hormon. In den 1970-er Jahren als hervorragendes Herzmittel gefeiert, stand Strophanthin plötzlich immer mehr in der Diskussion.Strophanthin – Fakten rund um eine interessante Substanz

Um 1860 kamen afrikanische Lianengewächse wie z. B. Strophanthus gratus als Lieferanten für das natürliche Herzglykosid Strophanthin ins Gespräch. Speziell das überwiegend medizinisch genutzte g-Strophanthin stammt von der genannten Pflanze. Allerdings liefert auch der afrikanische Baum Acocanthera Ouabaio das g-Strophanthin, das im englischen Sprachraum dann Ouabain heißt. Etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine Strophanthin Tinktur. 1906 erfolgte erstmals intravenös mit Strophanthin eine Behandlung der Herzschwäche. Der bekannte deutsche Herzspezialist Professor Ernst Edens sorgte um 1930 für einen breiten Einsatz von intravenös verabreichtem Strophanthin. Damals waren Angina pectoris, Herzanfall, Herzinsuffizienz und Infarktprophylaxe dafür die speziellen Haupteinsatzgebiete.
Das tägliche Spritzen war für eine Praxis aber nicht ideal, Injektionen eigneten sich mehr für eine Behandlung in Kliniken. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte auf Initiative des Internisten Dr. Berthold Kern die breite orale Therapie von Herzerkrankungen mit Strophanthin in Form von Kapseln. Von 1947 bis 1967 behandelte Kern rund 15000 Patienten mit dem von der Firma Boehringer Mannheim hergestellten Medikament Strophoral vorbeugend gegen Herzinfarkt. Es gab keine Todesfälle, auch nicht während der Nachbehandlung.

Strophanthin – Wirkungsweise im Vergleich zu Digitalis Präparaten

Seit Prof. Schoner an der Uni Gießen nachwies, dass g-Strophanthin ein körpereigenes Hormon ist, war dessen besondere Wirkung erklärbar. Strophanthin produziert der Körper vermehrt, wenn es zu sehr starken physischen Belastungen (Sport, Stress usw.) kommt. Das Hormon stimuliert dann die Natrium-Kalium-Pumpe der Herzzellen, was den Herzstoffwechsel unterstützt, das Herz vor Überlastung schützt. Da aber bei Herzkranken im Bedarfsfall zu wenig (oder kein) Strophanthin-Hormon bereitgestellt wird, ist Strophanthin Zufuhr dringend nötig. Gleichzeitig bewirkt Strophanthin eine Entsäuerung des Herzmuskels infolge einer Zellentsäuerung. Auch die roten Blutkörperchen sind dank Entsäuerung wieder funktionsfähiger. Sie können Herzmuskel und Gehirn wieder besser mit Sauerstoff versorgen. Da Strophanthin im Gegensatz zu Digitalis (ist fettlöslich, geht in die Zelle) wasserlöslich ist, wirkt es nur an der Zelloberfläche. In der oralen Form ist der Strophanthin Dosisbereich so niedrig, dass, entgegen dem Digitalis, eine Aktivierung der Natrium-Kalium-Pumpe erfolgt. Digitalis hemmt diese Pumpe. Sie ist eine Membran zum wichtigen Austausch von Kalium und Natrium in der Zelle. Folglich eignet sich Strophanthin in oraler Form sehr gut zur Therapie und Vorbeugung eines Herzanfalls. Es wirkt niedrig dosiert, sehr rasch und geht schnell wieder aus dem Körper. Außerdem ist Strophanthin in der richtigen Dosis gut verträglich. Digitalis wirkt langsamer und bleibt sehr lange im Organismus, wodurch sich bald der Wirkspiegel weiter erhöht. Nebenwirkungen sind da nicht ausgeschlossen. Durch Hemmung des Sympathikus und Stimulierung des Parasympathikus beeinflusst Strophanthin auch das Nervensystem. Zur Vorbeugung von Herzinfarkt eignet sich g-Strophanthin also recht gut. Außerdem besitzt die Substanz eine gute diuretische Wirkung.

Strophanthin – kritische Zusammenfassung und Empfehlung

Viele Studien zeigten die gute Verträglichkeit und Wirksamkeit von g-Strophanthin bei der Therapie und vor allem auch Vorbeugung von diversen Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Schlaganfall. Prof. Dohrmann, Berlin und Prof. Augostoni, Mailand berichteten von sehr guten Überlebensraten vieler Patienten mit akutem Herzinfarkt. Auch bei anderen Krankheiten wie z. B. Demenz oder Depressionen endogener Art gab es unter Strophanthin erfreulich positive Beeinflussungen. Dies führen Experten auf die Stimulation der Natrium-Kalium-Pumpe durch Strophanthin zurück. All dies spricht dafür, der bewährten Substanz Strophanthin und Tausenden von Patienten eine neue Chance zu geben!

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