Jiaogulan – „Das Kraut der Unsterblichkeit“

Jiaogulan wird in China als „Das Kraut der Unsterblichkeit“ bezeichnet.

Die Pflanze mit dem lateinischen Namen Gynostemma pentaphyllum ist eine Kletterpflanze und gehört zur Familie der Gurken- / Kürbisgewächse. Jiaogulan hat eine starke Anti-Aging-Wirkung und gilt als die wissenschaftlich bekannte und untersuchte Pflanze mit dem breitesten Spektrum gesundheitlicher Vorteile.

Die Bewohner der Bergelanschaft im südlichen Zentralchina benutzen Jiaogulan (ausgesprochen gee-ow-goo-lan) seit Jahrhunderten als allgemeines Gesundheitstonikum und verjüngendes Elixier. Sie trinken es täglich als Tee vor der Arbeit, um ihre Ausdauer und Kraft zu erhöhen, und nach der Arbeit, um Müdigkeit zu lindern und guten Schlaf zu fördern.Jiaogulan war außerhalb der wenigen abgelegenen Bergregionen bis in die frühen 1970er Jahre weitgehend unbekannt. Erst als eine Volkszählung ergab, dass in bestimmten Dörfern der Provinzen Guizhou, Guangxi und Sichuan eine extrem niedrige Inzidenz von Krebs, Senilität und anderen schweren Krankheiten sowie ein hoher Prozentsatz von Menschen, die bis zu 100 Jahre alt sind, festgestellt wurde, interessiert sich der chinesische Staat für die Ursache. Die Regierung beauftragte ein Forscherteam der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften eine Untersuchung durchzuführen. Die Wissenschaftler berücksichtigten bei ihrer Forschungsarbeit die Genetik, Klima, Ernährung und viele andere Faktoren. Sie fanden schließlich heraus, dass viele der Hundertjährigen einen Tee aus einer wilden Rebe als Ersatz für den traditionellen grünen Tee konsumierten. Die Einheimischen nannten es „Xiancao“ oder „The Immortality Herb“.

Die Erforschung von Jiaogulan in den letzten 40 Jahren hat so viele gesundheitliche Vorteile entdeckt, dass einige Wissenschaftler anfangs ungläubig reagierten. Inzwischen belegen jedoch Hunderte wissenschaftlicher Studien die Wirkungen von Jiaogulan. Die Wirkung von Jiaogulan ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass es einen sehr hohen Gehalt an Soponinen aufweist. Saponine verleihen Gynostemma pentaphyllum seine adaptogenen und antioxidativen Eigenschaften sowie seine Fähigkeit, die Stickoxidproduktion im Körper zu regulieren.

Was ist ein Adaptogen?

Adaptogene sind seltene und bemerkenswerte Pflanzen, die die Fähigkeit des Körpers erhöhen, physischen, chemischen, biologischen, emotionalen und umweltbedingten Stressoren entgegenzuwirken und diese zu bekämpfen. Adaptogene erzeugen einen unspezifischen Widerstand gegen solche Stressbelastungen. Sie verringern die Krankheitsanfälligkeit des Organismus, indem sie sich an die stressigen Umstände „anpassen“ lassen.

Wie funktionieren Adaptogene?

Adaptogene unterstützen den normalen Stoffwechsel, helfen, das Gleichgewicht des Immunsystems, des Nervensystems und des endokrinen Systems wiederherzustellen, und ermöglichen dem Körper, eine optimale Homöostase aufrechtzuerhalten. Sie sind in der Regel auch für die Leber, das Herz-Kreislauf-System, die Nieren und die Bauchspeicheldrüse von Vorteil.

Damit eine Pflanze als Adaptogen qualifiziert werden kann, muss sie die folgenden 3 bereits 1968 definierten Kriterien erfüllen:

Ungiftigkeit: Ein Adaptogen ist für den Empfänger nicht toxisch. Es darf nur minimale Nebenwirkungen auf die körperliche oder geistige Gesundheit verursachen.

Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen Stress: Ein Adaptogen erzeugt eine unspezifische Reaktion im Körper – eine Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen mehrere Stressoren einschließlich physikalischer, chemischer oder biologischer Agenzien auf unspezifische Weise.

Normalisierende Effekte: Ein Adaptogen ist insofern „intelligent“, als das es einen normalisierenden Einfluss auf die Physiologie hat, unabhängig von der Richtung der Veränderung vom Normalzustand, die durch den Stressor verursacht wird. Dieser normalisierende Einfluss impliziert die Fähigkeit von Adaptogenen für einen bidirektionalen Effekt auf die physiologische Funktion. Sie sind in der Lage, die Aktivität mehrerer Systeme, einschließlich des neuroendokrinen Systems und des Immunsystems, je nach Bedarf abzuschwächen oder zu verstärken.

Adaptogene enthalten aktive Verbindungen, die sogenannten Triterpenoidsaponine, die eine sehr geringe Toxizität und ein geringes Suchtpotential aufweisen. Triterpenoidsaponine haben adaptogene Eigenschaften, sind entzündungshemmend, hepatoprotektiv – die Leber schützend, oder weisen die Nebennierenrinde und das Immunsystem beeinflussende Effekte auf. Während der ähnlich wie Jiaogulan wirkende Ginseng oft schlecht vertragen wird und Schlaflosigkeit, Tachykardie und Nervosität verursachen kann, hat Jiaogulan eine gegenteilige Wirkung. Ginseng enthält bis zu 28 verschiedene Saponine, die Ginsenoside genannt werden. Wissenschaftler isolierten seit 2015 174 Saponine aus Jiaogulan, die Gypenosiden genannt werden. Das sind mehr als 6 Mal so viele gesundheitsfördernde und ausgleichende Verbindungen wie in Ginseng. Daher wird Jiaogulan auch der „König der Adaptogene“ genannt.

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